Wanderungen auf Ameland

Der Start dieser Wanderroute ist mitten in Hollum, beim sog. Dreisprung, der Kreuzung Westerlaan, der Schoolstraat, dem Hereweg und der Burenlaan. In der Nähe ist ein großer Parkplatz, hinter dem Restaurant "´t Zeepaardje". Vom Parkplatz kommend gehen wir vor der Galerie "De Hoge Stoep" entlang in den Hereweg. Nach 100 m sehen wir links die Doorpsgezinde Kirche (Mennonitengemeinde). Es gibt übrigens ein extra Buch mit einer Beschreibung aller Kirchen Amelands "Fahr hier doch mal vorbei" Reiseführer entlang Kirchen und Grabsteinen, von Dominee J.H. Strubbe. Man kann es beim VVV kaufen. Gegenüber der Doorpsgezinden Kirche, rechts von uns, sehen wir den Museumsbauernhof und das Heimatmuseum der Stiftung "De ouwe Polle". Das Heimatmuseum ist im sog. "Sorgdragershuuske" untergebracht, das im Jahre 1751 durch Pieter Cornelis Sorgdrager gebaut wurde. Zu dieser Zeit lebte Ameland durch die Walfischfahrt in Wohlstand.

An den Giebeln der Häuser konnte man erkennen, wer dort wohnte. Zwei Kerben im Giebel über dem Fenster bedeuteten dass dort ein Commandeur wohnte. Ein Commandeur war ein Kapitän bei der Walfischfahrt. Hatte das Haus eine Kerbe, wohnte dort ein Speckschneider (jemand der Walfische verarbeitete) oder ein Steuermann. Das Heimatmuseum und der Museumsbauernhof geben einen Eindruck von der Insel, dem Landbau, der Fischerei, der Walfischfahrt, Kleidertrachten usw. und sie sind sicher einen Besuch wert.

Wir setzen unsere Wanderung fort und gehen rechts in die Oosterlaan, der am besten erhalten gebliebenen Straße der ganzen Insel. Im Garten, der zum Heimatmuseum gehört, sehen wir eine Harpune der "Willem Barentz", einem Walfischfängerboot aus den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts. Daneben stehen Walfischkiefer, die die Walfischfänger mit nach Hause brachten, um sie als Grundstücksabgrenzung zu benutzen. Es sind Unterkiefer von Grönlandwalfischen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Wir setzen unseren Weg fort durch die Oosterlaan und sehen an beiden Seiten schöne Commandeurswohnungen. Rechts bei Nr.9 sehen wir oben am Schornstein einen kleinen Anker hängen. Früher bedeutete das, dass der Walfischfänger vor Anker gegangen war, d.h. zu Hause war. Der Werber, der durch die Straßen lief, konnte daran sehen, wo er jemand unter Vertrag für eine Reise nehmen konnte. Am Ende der Oosterlaan kommen wir an die Eingangspforte der Nederlandsen Hervormden Kirche (evangelisch-calvinistisch) und dem Friedhof. Die Kirche in Ihrer heutigen Form datiert aus dem Jahre 1678 und davor haben drei Kirchen auf dem gleichen Platz gestanden. Auf dem Friedhof treffen wir viele Gräber aus der Zeit der Walfischfahrt an. Es gibt dort auch Gräber von Alt-Schippern des Rettungsbootes, von Kapitänen der Handelsschifffahrt und den bescheidenen Grabstein von Hidde Dirks Kat. Er steht westlich vom Turm dicht beim äußersten Weg. Der größte Kommandant, im wahrsten Sinne, denn er wog stattliche 300 Pfund, hat den einfachsten Grabstein des Friedhofes.

Hidde Dirks schrieb ein Tagebuch über das Katastrophenjahr 1777/78. Das Buch ist erhalten geblieben und man kann es beim Heimatmuseum kaufen. Beachten Sie, dass Sie sich auf einem Friedhof befinden, der bis heute dieselbe Funktion hat. Wir verlassen den Kirchhof durch die Pforte beim Turm und gehen geradeaus über den Weg in ein kleines Gässchen, genannt Kerkpad oder de Etesreed. Entlang dem kurvenreichen Weg durch Ländereien kommen wir nach einiger Zeit an den Fuß des Deichs, der auf Deltahöhe gebracht wurde. Wir biegen rechts ab und gehen am Deich entlang. Bei der Kreuzung mit dem Tjettepad, biegt der Weg ab und führt über die Dünen. Es ist der Weg auf dem das Rettungsboot durch 10 Pferde zur See gezogen wird. 200 m weiter führt ein Fußweg zum berühmten Pferdegrab (das ist der ehemalige Rettungsbootpfad).

Bei der Lanvierung des Rettungsbootes am 14.August 1979 ertranken acht der zehn Pferde. Das Pferdegrab, einzigartig auf der Welt, liegt an der Route, auf der die treuen Tiere viele Male das Rettungsboot zur See brachten, um Menschenleben zu retten. Wir gehen etwas zurück, um dem Weg in Richtung Wald und Leuchtturm zu folgen. Bei der Kreuzung mit dem Badweg, der früher zum damaligen Badestrand führte (der heutige Badestrand liegt viel nördlicher), gehen wir links ab, um oben von der Düne auf die See zu schauen. Wir sehen in die Richtung, wo früher das Dörfchen Sier lag. Sier lag auf einem Platz, der nun weit draußen im Meer liegt. Das Dorf wurde schon etwa im Jahre 1300 durch die See verschlungen und liegt unter dem Sand des Meeresbodens. In den dreißiger Jahren, als der Bau des Abschlussdeiches einen verstärkten Dünenabbruch auf Ameland zur Folge hatte, wurden Reste von Sier gefunden. Einige davon sind im Heimatmuseum zu besichtigen.

Wir gehen weiter auf unserer Route durch den Wald über einen Muschelweg. Beim Teich haben wir einen schönen Ausblick auf den Leuchtturm, der im Jahre 1880 unter König Willem III gebaut wurde. Der Leuchtturm zählt 14 Treppen mit insgesamt 234 Stufen. Die Lichtstärke beträgt 4.200.000 Kerzen. Der Turm war zu bestimmten Zeiten für Besucher geöffnet. Wir folgen unserer Route über den Oranjeweg. Schon bald sehen wir an unserer linken Hand den ehemaligen Bauernhof "de Blieke", der uns an den gleichnamigen Weiler der früher hier lag, erinnert.

Wir laufen bis zur Kreuzung, wo wir rechts ab in Richtung Dorf weitergehen. Dort angekommen finden wir als drittes Gebäude links das Rettungsbootshaus mit dem Buchstaben K.N.Z.H.R.M. (Koninlijke Noord- en Zuid Hollandse Reddingsmaatschappij). Es ist das Bootshaus des Strandrettungsbootes "Adriaan de Bruine" welches von 10 Pferden gezogen wird. Das Rettungsboothaus ist zu bestimmten Zeiten für Besucher geöffnet. Wer die Möglichkeit hat, eine Übung des Rettungsbootes mitzumachen, erlebt ein Schauspiel das einzigartig auf der Welt ist. Schräg vor dem Haus steht die alte Kuppel des Leuchtturms. Diese wurde 1988 durch eine neue ersetzt und bleibt so auf diese Weise für Ameland erhalten.

Wir laufen weiter zum Zwaneplein. Das Hotel "de Zwaan" ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Gehen wir rechts weiter, sehen wir in der Johan Bakkerstraat verschiedene monumentale Häuser. Das erste an der Ecke ist die ehemalige Bäckerei, mit einer römischen Jahreszahl über der Eingangstür. Weiter bei Nr.7 sehen wir das älteste Haus der Insel, gebaut im Jahre 1516. Geradeaus gehend in der Johan Bakkerstraat, kommen wir an einer ehemaligen Schmiede vorbei, aus dem Jahre 1852.

Der Weg wird schmaler und geht in einem Fußweg über, dem Cornelius Bruinpad. Wir laufen durch bis zur Ecke der Westerlaan, gehen links ab und kommen so zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurück.

Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Parkplatz nördlich vom Leuchtturm. Vom Parkplatz kommend gehen wir hinüber in die Dünen. Wir befinden uns auf dem Tromppfad. Alle Pfade dieses Gebietes wurden nach Mitarbeitern des Reichwasserstaates benannt. Wir befinden uns im Wassergewinnungsgebiet. Das Häuschen rechts ist die Pumpstation der N.V.Wasserleitung Friesland. In diesem Wassergewinnungsgebiet befinden sich 16 Brunnen, Rohre, die bis zu dreißig Metern im Boden stehen. Der untere Teil der Rohre ist mit Schlitzen versehen, wodurch das Grundwasser in die Rohre kommen kann. Oben hängt in den Rohren eine Pumpe, die das Wasser zur Pumpstation pumpt. Maximal 14 Brunnen sind in Gebrauch.

Das Wasser ist ziemlich sauber. Es ist frei von Bakterien, wohl eisen-, mangan- und gashaltig. Das Wasser wird im Belüftungs- und Filterraum der Pumpstation gesäubert und ist dann für den Verbrauch bestimmt. Die Wassergewinnung bringt mit sich, dass das Dünengebiet hier sehr empfindlich ist, weshalb gebeten wird, auf den Wegen zu bleiben. Nach 200 Metern sehen wir rechts ein großes Dünental. In diesem Tal wurden im zweiten Weltkrieg von den Besetzern Kartoffeln angebaut. Geradeaus weiterlaufend kommen wir über den Seestreifen (das ist die äußerste Dünenreihe) auf den Nordseestrand. Die große Sandbank vor der Küste ist das Bornriff. Links können wir bei klarem Wetter die Bosplaat von Terschelling sehen. Wir setzen unsere Wanderung in östlicher Richtung fort und biegen deshalb rechts ab.
Über den Strand, entlang dem Seestreifen laufend, sehen wir überall Schilfrohrabgrenzungen. Diese sollten den stäubenden Sand festhalten und bilden deshalb einen wichtigen Teil des Seedeiches. Dieser Seedeich muss immer wieder verstärkt werden. In den Sand hinter dem Schilfrohr wird Heimgras (Strandhafer) gepflanzt, welches aus dem schon bestehenden Seestreifen gestochen wird. Auf Ameland werden jährlich ungefähr 35 km Schutzschirme von Reisholz und Schilfrohr gesteckt und ca. 1 Million Strandhaferpflanzen gesetzt. Nachdem wir 500m am Strand entlang gewandert sind, finden wir rechts einen Pfad, der wieder über die Dünen führt. Wir befinden uns jetzt auf dem sog. NAM Pfad (Nederlandse Aardolie Maatschaapij). Folgen wir diesem Weg, sehen wir nach einiger Zeit links einen alten Bohrbrunnen der Nederlandsen Aaardolie Maatschaapij (Niederländische Erdöl Gesellschaft). Dieser Brunnen wurde im Jahre 1964 gebohrt, um ein Erdgasfeld, welches unter der Westseite Amelands liegt, zu testen.

Das Feld hat niemals produziert; der Brunnen wurde 1987 überholt und nochmals abgeschlossen. Weiterlaufend kommen wir auf dem Rietpad. Der Pfad wird deshalb so genannt weil dort das Riet (Rohr, Schilf) befördert wird, welches in dem Naturgebiet links von uns geschnitten wird. Das Naturgebiet "Rietplak" entstand, nachdem Reichswasserstaat im Jahre 1959 einen Deich von Sand anlegte. Der Pfad, auf dem wir nun laufen war früher die Hochwassergrenze. Die Insel hatte an dieser Stelle eine leichte Einbuchtung, wo bei Sturm das Wasser mit Gewalt eindrang und einen äußerst großen Dünenabbruch verursachte. Die Folge der Dünenauswaschung war, dass diese an der Wasserseite sehr steil wurden. Deshalb nennt man sie auch " de steele Duunen" (steile Dünen).

In den fünfziger Jahren veränderte die natürliche Situation derart, dass die Einbuchtung mit Zweigen und Helmpflanzen geschlossen werden konnte. Es entstand eine Art Stuifdijk (Sanddeich). Dieser Deich nahm das Gebiet von Pfahl 3.000 bis 6.600 in Beschlag. Zuerst sah dieses Gebiet aus, wie ein Strand, der an der Nordseite durch den Sanddeich begrenzt wurde. Nach einem schweren Sturm gab dieser Deich an zwei Stellen nach, und zwar bei Pfahl 4.000 und 4.400. Durch diese Einstürze strömte das Salzwasser wieder ungehindert in das Gebiet. Zuerst versuchte man noch die Durchbrüche zu schließen, aber als man sah das dort ein nahrhafter Boden entstand, der für eine sehr abwechselungsreiche Pflanzenwelt sorgte, stellte man die Arbeiten ein. Das Regenwasser und das ab und zu einströmende Salzwasser, sorgten für eine Brachwasserkultur, in der sich eine einzigartige Fauna und Flora entwickeln konnte.

Das Gebiet ist über einem Zeitraum von ca. 25 Jahren entstanden. Rechts von uns also die steilen Dünen (die alte Situation aus vergangenen Zeiten) und links das noch junge Reetfeld. Wir folgen nun dem Rietpfad bis zum Zeilstrapad (rechts ab). Oben bei der Ruhebank haben wir eine Ruhebank haben wir eine schöne Aussicht über das ganze Gebiet. Wir stehen also auf der steilen Düne und sehen in nördlicher Richtung, erst das Reetfeld, im Norden davon den Sanddeich und noch nördlicher den Nordseestrand und das vor der Küste gelegene Bornriff.

Wenn wir genug geschaut haben, setzen wir unsere Wanderung fort über den Zeilstrapfad, bis an die erste Kreuzung und gehen dort rechts ab. Wir folgen nun dem Ruyghepad ungefähr 200m in westlicher Richtung. Beim Wasserbrunnen 14 gehen wir links ab. Über eine der höchsten Dünen dieses Gebietes laufen wir bis zum Fahrradweg. Wir laufen nun rechts, hinter Camping "Boomhiemke" entlang bis zum Pavillon "Onder de Vuurtoren" (unterm Leuchtturm). Wenn wir nun wieder rechts ab gehen, kommen wir zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurück.

Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der nördlichste Punkt des Jan Roepespad, der östlich vom Campingplatz "Boomhiemke" liegt. Wir gehen über den Fahrradweg in nördlicher Richtung über die Dünen und laufen nun auf dem Herderpad. Links von uns sehen wir eine der höchsten Dünen von Ameland, die Engelsmanduun. Sie hat eine Höhe von ca. 20m über NAP und bietet eine prächtige Aussicht.
In südlicher Richtung sehen wir zuerst Hollum liegen und dahinter die Wattensee mit in der Ferne die friesische Küste. Bei klarem Wetter können wir die Kirchtürme erkennen. Westlich sehen wir erst den Leuchtturm und dahinter die schönen Hollumer Dünen, übergehend in Wald und Wattenseedeich. Im Norden sehen wir die steilen Dünen, das Naturgebiet Rietplak, den Sanddeich sowie den Nordseestrand, das Bornriff und die Nordsee.

In östlicher Richtung sehen wir das Gebiet der "Langen Duunen", ein besonders schönes Naturgebiet, wo viele Vogelarten brüten. Die Engelmanduun verdankt ihren Namen den englischen Seeleuten, die im 18.Jahrhundert Schiffbruch auf dem Bornriff erlitten und hier begraben liegen. Wir laufen auf dem Herderpfad in nördlicher Richtung weiter. Vor dem Naturgebiet "Rietplak" biegen wir rechts ab. Wir befinden uns nun auf dem Rietpad, der so genannt wird, weil entlang dieser Route das Riet (Schilf), welches in dem Gebiet links von uns geschnitten wird, transportiert wird. Weiterlaufend kommen wir an einen kleinen Weg, der links ins "Rietplak" führt und den wir einschlagen; es ist der Finnegatspad. Der Pfad hat seinen Namen einer Landkarte aus dem 18.Jahrhundert zu verdanken. Damals lag das Bornriff noch nördlicher vor der Küste und ein Priel teilte das Riff an dieser Stelle in zwei Teile.

Dieser Priel hieß "Finnegat". Der Finnegatspfad in seiner heutigen Form wurde 1984 angelegt. Mittels einer kleinen Brücke, die drei Planken breit ist, haben die Leute vom Reichswasserstaat dafür gesorgt, dass eine Verbindung zustande kam, zwischen Dünengebiet, durchs morastige "Rietplak" zum Sanddeich und Strand. Der Finnegatspfad ist sehr schmal und die Pflanzen wachsen dort Mannshoch. Sehr gut kann man sehen, wie die Pflanzenwelt stets wechselt mit der Bodenbeschaffenheit.
Zu jeder Jahreszeit bietet der Finnegatspfad ein anderes Bild. In der Zeit von November bis April kann das Rohr geschnitten werden. Im Mai beginnt dann das neue Schilf wieder zu wachsen. Im Mai/Juni blühen die wilden Narzissen und die gelben Schwertlilien. Mitte bis Ende Juni lässt der Weißdorn seine weiße Blütenpracht sehen. Zur selben Zeit steht auch die große Engelwurz in Blüte, weiß und hellgrün, aber auch ausgeblüht ist die zwei bis vier Meter hoch werdende Pflanze sehenswert.

Sie ähnelt der Bärenklaue. Ende Juni, Anfang Juli blüht die fleischfarbige Orchidee. Viele Pflanzensorten blühen eine lange Zeit. Die Hundsrose z.B. hellrosa von Anfang Juni bis Ende August. Das gelbe Flachsmäulchen blüht von Juni bis September. Das Weidenröschen und das haarige Weidenröschen blühen in dieser Zeit ebenfalls und zwar lila. Das Wintergrün, weiß-rosa, blüht von Juni bis August. Auch die Sumpfwurz gibt es dann mit ihren lila Blüten. Die Ackerminze und die Wasserminze, beide hell-lila, blühen den ganzen Sommer, sind aber im August/September auf ihrem Höhepunkt.
Die genannten Pflanzen sind nur eine kleine Auswahl aus der reichen Skala, die in diesem Gebiet gedeiht. Wenn wir über die kleine Brücke gegangen sind, kommen wir schnell an den Sanddeich und auf den Strand. Hier gehen wir links ab in westlicher Richtung. Auch hier sehen wir wieder Reetschirme und den jungen Strandhafer. Nachdem wir ca. 1km auf dem Strand gelaufen sind, kommen wir zum östlichen Durchbruch des Sanddeiches in Höhe von Pfahl 4.400. Bei diesen Durchbrüchen hat man Pfähle mit Plastikschutz aufgestellt, die verhindern sollen, dass der durch die See angespülte Unrat in das Naturgebiet getrieben wird.

Wir laufen weiter am Strand entlang, bis zum westlichen Durchbruch in Höhe von Pfahl 4.000. Hier biegen wir links ab und laufen nun in südlicher Richtung. Wir kommen wieder durch das "Rietplak" mit seiner besonderen Natur. Im Herbst sieht dieser Pfad wie ein orangenfarbiges Band aus in der grau-grünen Landschaft. Das kommt durch den Sanddorn, der entlang dieses Pfades reichlich blüht. Dem Weg folgend kommen wir wieder auf den Herderpfad, der uns über die Engelmanduun wieder zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurückbringt.

Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Parkplatz beim Strandübergang Ballum. Über den Strandaufgang kommend gehen wir direkt links ab und folgen dem Fahrradweg in Richtung Hollum. Bei Pfahl 6.600 angekommen, gehen wir rechts ab und folgen den Pfählen mit den weißen Köpfen. Wir laufen nun auf einem Fußweg, genannt "Rietpad". Der Weg dem wir nun folgen war früher die Hochwassergrenze am Fuß der sog. "Steele Duunen". Das Naturschutzgebiet "Rietplak", rechts von uns, ist durch das anlegen des Sanddeiches entstanden.

Angekommen in Höhe von Pfahl 5, sehen wir rechts von uns den "Finnegatspad", den wir einschlagen. Wieder auf dem Strand gehen wir rechts ab in östlicher Richtung. Der Strand von Ameland ist bei Ballum am breitesten. Deutlich ist in der Ferne zu sehen, dass bei Nes die Insel einen "Knick im Rücken" hat. Aus dieser Entfernung kann man bald denken, dass die Bäume des Waldes bei Nes auf dem Strand stehen. In diesem Knick gibt es viel Dünenabschlag. Wenn wir Pfahl 7 bei Ballum erreicht haben, gehen wir über den Strandaufgang zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Parkplatz am Ende des Strandweges von Buren. Die Route wird durch die Pfähle mit weißen Köpfen gekennzeichnet. Vom Parkplatz kommend gehen wir noch vor dem Strandaufgang direkt rechts auf den Fahrradweg und folgen diesem in östlicher Richtung. Schon bald sehen wir rechts die Pumpstation der N.V. Wasserleitung Friesland. Wir befinden uns hier in einem Wassergewinnungsgebiet; deshalb bitte auf den Wegen bleiben. Das Gebiet ist sehr empfindlich. Dieses Wassergewinnungsgebiet versorgt den östlichen Teil der Insel.

Nach ca. 700m treffen wir auf eine Art Dreisprung. Wir gehen rechts ab und weiter in Richtung Ost-Wald. Schon bald verlassen wir den Wald wieder an der Südseite laufen wieder in das Dünengebiet und biegen, den Pfählen folgend, links ab. Wir laufen nun wieder in östliche Richtung, gehen nochmals durch den Wald und verlassen diesen dann an der Ostseite.
"de Bureblinkert" ist in der Ferne zu sehen. Auf Ameland gibt es drei "Blinkert", den Ballumer Blinkert, den Bureblinkert und den Oerdblinkert. Ein "Blinkert" ist eine hohe Düne, die mit ihrem weißen Sand in der Sonne blinkt. Wir folgen dem Fußweg, der bei der Düne bei Pfahl 16.800 auskommt: das ist der "Bureblinkert". Wir haben von dort eine herrliche Aussicht. Im Süden sehen wir das "Nijlandsreid" (nieuwlandsreid), ein Quellergebiet im privaten Besitz. Die Bauern von Buren lassen ihr Vieh auf den salzigen Weiden grasen. Das "Nijlandsreid" wird mehrmals jährlich von der See überspült. Dadurch entsteht das Queller Milieu.

Ebenfalls an der Südseite sehen wir den "Kooiplaats" ein Dörfchen mit sieben Wohnungen und Bauernhöfen. Dicht dabei liegt das "Eendenkooi" das vor ein paar Jahren in seiner ursprünglichen Form wieder hergestellt wurde. Die Entenkoje ist nach Absprache beim VVV Büro zu besichtigen. Bei klarer Sicht ist es nicht schwer, die Kirchtürme an der friesischen Küste zu sehen. Wenn wir Glück haben, können wir die Boote von und nach Ameland sehen.

In nord-östlicher Richtung sehen wir eine Produktionsplattform für die Gasgewinnung vor der Küste liegen. Das Gasfeld bei Ameland ist das drittgrößte der Niederlande. In östlicher Richtung sehen wir das Naturgebiet "Het Oerd" mit dem Oerdsblinkert, der 24m über NAP liegt. Dort oben gibt es eine Aussichtsplattform.
Vor uns liegt der Kooi-Oerd-Stuifdijk. Dieser Deich wurde früher angelegt, um eine Verbindung herzustellen zwischen Ameland und Oerd, das erst als Inselchen am Ostpunkt von Ameland lag. Mit dem Anlegen ist man im Jahre 1855 an einer Stelle angefangen, die ca. 600 m südlicher lag, als heute. Nach einigen Gegenschlägen u.a. zu geringe Anfuhr von Sand, entschied man sich im Jahre 1882 für die heutige Strecke. Nach acht Jahren gelang es, eine Verbindung mit "Oerd" herzustellen. Durch die Anlage des Sanddeiches, ist wiederum der Queller "Nijlandsreid" entstanden.

Wenn wir genug geschaut haben, gehen wir links ab zum Strand in Höhe des Pfahles 17.000. Auf dem Strand angekommen setzen wir unsere Wanderung in westlicher Richtung fort. Am Fuße der Dünen sehen wir wieder Schilfrohrschirme und die jungen Helmpflanzen. Auf dem Strand sind alle 200 m Pfähle aufgestellt. Diese werden für die jährlichen Messungen benötigt. Diese umfassen u.a. das Messen des Querprofils der Insel vom Dünenfluss zur Niedrigwasserlinie und die Tiefenmessungen von der Niedrigwasserlinie bis zu einem Punkt ungefähr 1km im Meer. Durch diese Messungen können Veränderungen über und unter Wasser beobachtet werden.

Beim Dünenübergang zwischen Pfahl 15.800 und 16.000 gehen wir wieder hinüber bis zum Fahrradweg und laufen in westlicher Richtung bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Wander- und Fahrradrouten Ameland

© VVV-Ameland 1988



Alle hier beschriebenen Radwanderrouten stammen aus dem Heft "Wander- und Fahrradrouten Ameland" das Sie in jedem Zeitschriftenladen auf der Insel Ameland sowie beim VVV-Ameland erwerben können.

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